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Big Data in der Zahnheilkunde

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Big Data in der Zahnheilkunde

In der Medizin, vornehmlich in der Onkologie, Neurologie und Kardiologie, untersuchen Forscher bereits heute zahlreiche Biomarker, um Krankheiten möglichst früh erkennen zu können. Professor Dr. Andreas Keller, klinischer Bioinformatiker an der Universität des Saarlandes, gab seinen Zuhörern einen Einblick darüber, was in Zukunft auf dem Fachgebiet der Zahnmedizin möglich sein könnte.

Die Untersuchung von Biomarkern in Blut oder Speichel könne mit hoher Sensitivität Auskunft über Erkrankungen geben. Als Beispiel nannte Keller bestimmte RNA-Bausteine aus Blutzellen des Immunsystems, die eine Aussage über vorliegende entzündliche Prozesse wie zum Beispiel bei einer Parodontitis zulassen. Dabei können die Erkrankungen in der Regel sogar in Frühphasen diagnostiziert werden. Aber auch im Speichel finden sich molekulare Hinweise auf Erkrankungen. Proteine oder sogar komplette Bakteriengenome können aus Patientenproben heute ohne großen Aufwand erhoben werden. Dabei werden pro Patient leicht Millionen oder gar Milliarden an Datenpunkten generiert. „Natürlich bedarf es dabei der Hilfe von Algorithmen und Computern, um die enormen Datenmengen auszuwerten“ führte Keller aus. „Dafür erlauben dann die Zusammensetzung der Bakterien im Mund und gegebenenfalls vorhandene Virulenz- und Resistenz-Faktoren Rückschlüsse über vorhandene Karies oder das Kariesrisiko eines Patienten“. Ein wichtiger nächster Schritt sei jetzt die Translation von der Grundlagenwissenschaft hin zum Patienten.

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